Es ist kurz vor 22 Uhr im historischen Nikolaiviertel, dem ältesten Stadtviertel Berlins. Vor dem Eingang der Nikolaikirche steht eine Gruppe gespannter Besucher, die auf den heutigen Nachtwächterrundgang warten. Dann schlägt die Glocke zehn Uhr. Ein Horn erschallt und der altertümliche Nachtwächtergesang "Hört Ihr Leut' und Laßt Euch sagen ..." ertönt. Und sogleich werden die Gäste in eine längst vergangene Zeit von Churfürsten und Alchemisten entführt.
Der Rundgang beginnt entlang des ältesten Friedhofs der Stadt an der Nikolaikirche. Dann geht es am Lessinghaus vorbei zur Gerichtslaube. In altertümlicher Sprache erzählet der Nachtwächter den gespannten Zuhörern aus der Stadtchronik hautnah an den originalen Schauplätzen, was sich hier vor Jahrhunderten an Schauerlichkeiten oder Gespensterspuk zugetragen hat. Wie beispielsweise eine Leiche 1390 von dem Berliner Stadtgericht angeklagt wurde. Es folget die schauerliche Geschichte der Weißen Frau, die im Hohenzollernschlosse umgeht. Relikte der mittelalterlichen Stadtmauer werden mit dem Nachtwächter entdeckt, bevor das älteste erhaltene Berliner Gasthaus "Zur Letzten Instanz anno 1621" im Klosterviertel für einen gemeinsamen nächtlichen Umtrunk aufgesucht wird. Am Roten Rathause nahe des Alexanderplatzes werden die Zeitreisenden wieder in die Gegenwart entlassen. Doch viele wollen später noch einmal an einer anderen Historien- oder Theaterstfadtführung von Bärentouren - Historische Stadtführung in Berlin teilnehmen.